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 Willkommen in der Welt der Wale
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Nach 20 Jahren erster Sieg für Japan
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Ort: Hamburg,
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Artikel veröffentlicht am: 19.06.2006,
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Artikel veröffentlicht von:
Seit Jahren hat Japan versucht, die Internationale Walfangkommission (IWC) zu dominieren, um das Walfangmoratorium zu kippen und Wale weltweit zu kommerziellen Zwecken töten zu dürfen. Die Gegner des Walfangs konnten das bislang verhindern. Doch in diesem Jahr setzten sich die Japaner erstmals gegen die Anti-Walfangnationen durch.
Seit Jahren kauft Japan die Stimmen armer afrikanischer, karibischer und pazifischer Länder, damit diese in die IWC eintreten und anschließend ihre Stimme für den Walfang abgeben. Die Abstimmungsergebnisse in der IWC wurden deshalb von Jahr zu Jahr knapper. Jetzt ist es der japanischen Delegation im Karibikstaat St. Kitts und Nevis gelungen, das Lager der Walschützer zu überstimmen.
"Das ist ein rabenschwarzer Tag für die Wale und für den Meeresschutz" , sagt Greenpeace-Walexpertin Stefanie Werner. "Und ein Weckruf an alle Nationen, die sich für den Schutz der Wale engagieren. Vor 20 Jahren wurden die Wale nach dem maßlosen Schlachten des letzten Jahrhunderts endlich unter Schutz gestellt. Da war es für viele Arten schon fast zu spät."
"Nun werden wir Zeuge, wie das Flaggschiff internationaler Umweltbemühungen, der Walschutz, durch Bestechung und Korruption zu kentern droht" , warnt Werner. "Der Vorwurf, dass Wale den Küstenbewohnern den Fisch wegfressen, ist vollkommen unbegründet. Das größte Raubtier in den Ozeanen ist der Mensch."
Dass einige Tausend Wale für den Schwund der Fischbestände in den Weltmeeren verantwortlich sind, glauben wohl selbst die Japaner und ihre gekauften Parteigänger nicht. Doch konnten sie die Wale mit 33 zu 32 Stimmen als Fischvernichter diskreditieren und den kommerziellen Walfang als Mittel zur Armutsbekämpfung in küstennahen Regionen verkaufen.
Vorausgegangen war eine Reihe von Abstimmungen, in denen Japan versucht hatte, sein Ziel, die IWC zu kontrollieren, durch die Hintertür zu erreichen. So scheiterte der Versuch, geheime Abstimmungen einzuführen. Dann aber folgte der Angriff der Walfänger: Die Deklaration von St. Kitts, in der Japan alle seine eingekauften Länder in Stellung gebracht hatte. Japan brachte eine Stimme mehr mit zur Abstimmung, als die anderen. Es war die Stimme Dänemarks wegen der Walfängerinteressen Grönlands.
Das seit 20 Jahren bestehende Walfangmoratorium selbst ist nicht unmittelbar gefährdet, da es nur mit einer Zweidrittelmehrheit abgeschafft werden kann. Doch die Walfanggegner sind sich sicher, dass Japan Schritt für Schritt versuchen wird, die Inhalte der IWC zu bestimmen und den kommerziellen Walfang wieder einzuführen.

 Es gibt 86 Arten von Walen, Delfinen und Tümmlern

Wale, Delfine und Tümmler gehören zur Ordnung der Waltiere (Cetacea) – ein Wortmix aus dem griechischen ketos für „Seeungeheuer“ und dem lateinischen cetus für „großes Meerestier“.
Waltiere sind Säugetiere, die im Laufe der Evolution wieder vom Land ins Wasser "gegangen" sind. Sie sind die am stärksten ans Wasserleben angepaßten Säugetiere und bringen sogar ihre Jungen unter Wasser zur Welt.
Ihre verwandtschaftlichen Beziehungen zu den übrigen Säugetieren sind nur noch schwer erkennbar. Die Urwale entstanden wohl aus primitiven Huftieren. Mit Seekühen, denen sie äußerlich ähnlich sehen, sind sie nicht verwandt. Diese Ähnlichkeiten beruhen auf Konvergenz: Im Zuge der Evolution haben sich die Körper beider Tiergruppen in ähnlicher Weise an den Lebensraum Meer angepasst.
Der Blas Im Gegensatz zu Fischen brauchen Meeressäugetiere wie Wale, Delfine und Tümmler Luft zum Atmen und müssen deshalb in regelmäßigen Abständen auftauchen. Dabei atmen die Waltiere nicht durch ihr Maul, sondern durch Nasen, die sich im Lauf der Evolution zu Blaslöchern an der Kopfoberseite entwickelt haben. Bartenwale haben zwei Blaslöcher, während Zahnwale, zu denen Delfine und Tümmler gehören, nur eines haben.
Jede Walart prustet andere Gischtfontänen. Walfänger und heute auch geschulte Walbeobachter konnten die Tiere an diesem charakteristischen Blas unterscheiden. Blauwale fangen mit ihrem Blas auch ihr Essen. Sie lassen einen Ring aus ballongroßen Blasen aufsteigen. Wenn diese kurz unter der Oberfläche zerplatzen, entsteht ein Ring wirbelnden Nebels. Abertausende kleine Krillkrebse werden dann durch eine Gischt aus Blubberblasen umzingelt. Der Blauwal steigt auf und schwimmt mit offenem Maul durch das Blasengebrodel – und siebt so die Krebse aus dem Wasser.
Lebenszyklus
Die Schwangerschaft dauert zehn bis zwölf Monate, bei Pottwalen 16 Monate. Fast immer wird nur ein Kind geboren. Wie andere Säugetiere auch haben Waltiere Milchdrüsen und säugen ihre Nachkommen. Walmilch ist so gehaltvoll, dass ein säugendes Blauwalkalb jeden Tag 90 Kilogramm zunehmen kann.
Mütter säugen ihre Jungen meist etwa ein Jahr lang. Mit fünf Jahren sind die meisten Jungwale geschlechtsreif, Schweinswale bereits mit 15 Monaten. Wale werden höchstens etwa 40 Jahre alt. Ausnahme sind die Grönlandwale – sie können über 130 Jahre alt werden.
Waltiere halten sich ihr gesamtes Leben im Wasser auf. Einige Walarten verbringen den Großteil ihres Lebens allein, während andere in Familienverbänden, den so genannten „Schulen“, leben.
Tod und Grab
Die meisten großen Wale sterben heute einen natürlichen Tod – und sind ein wichtiger Dünger der Tiefsee. Der US-Forscher Craig Smith erforscht seit 1987 die Walkadaver. Das Fleisch eines 120-Tonnen-Blauwals reicht demnach elf Jahre lang für Haie, Krabben und andere Aasfresser. Dann folgen spezialisierte Knochenknabberer. Erst nach 40 bis 80 Jahren ist vom Blauwal nichts mehr übrig.
Knochenbau für unter Wasser
Das Walskelett ist perfekt ans Wasser angepasst: Statt kompakter Knochen wie bei Landsäugetieren üblich wird es durch leichtere und elastischere so genannte Spongiosaknochen aufgebaut. An vielen Stellen sind außerdem Knochenelemente durch Knorpel und Fett ersetzt, was die hydrostatischen Eigenschaften des Walkörpers weiter verbessert. Im Ohr und an der Schnauze sind die Knochen zu einer Porzellan ähnlichen Masse verdichtet, die den Schall besonders gut leitet.
Walarten
Es gibt 86 Arten von Walen, Delfinen und Tümmlern. 13 davon haben keine Zähne, sondern Barten, mit denen sie Nahrung aus dem Wasser sieben. Die Bartenwale werden zusammen mit dem Pottwal auch zur Gruppe der Großwale zusammengefasst.
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Wale in der Sackgasse
 Ein Rückblick auf die 57. Jahreskonferenz der Internationalen Walfangkommission IWC 2005 im südkoreanischen Ulsan

Die 57. Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission fand vom 20. bis 24. Juni 2005 in Ulsan, Südkorea statt. Der WWF blickt mit gemischten Gefühlen zurück. Zwar konnte der Vorstoß Japans und anderer Länder, den kommerziellen Walfang wieder aufzunehmen, abgewendet werden. Doch der Stimmenvorsprung der Länder, die sich für einen Schutz der Meeressäuger einsetzen, war so klein wie nie zuvor. Bei manchen Abstimmungen betrug die Mehrheit der Walfangkritiker gerade einmal eine Stimme. Der WWF befürchtet, dass es lediglich eine Frage der Zeit ist, bis sich Japan die Unterstützung weiterer Länder „erkaufen“ kann.
Japanischer Stimmenkauf
In den letzten Jahren ist die Zahl der Walfangbefürworter immer weiter gestiegen. Waren es im Jahr 2000 nur neun Pro-Walfang-Länder, stieg diese Zahl bis heute auf fast 30. Zur 57. IWC sind beispielsweise die Länder Togo, Nauru, Mali und Kamerun beigetreten, die allesamt mit den Walfängern abgestimmt haben. Für diesen Anstieg ist vor allem Japan verantwortlich. Die größte Walfangnation kämpft seit Jahren für eine Legalisierung seines Walfangprogramms. Um die dafür notwendige Mehrheit zu erreichen lockt Japan jedes Jahr mehr Länder zur IWC. Die Japaner haben zugegeben, mit der Zahlung von Entwicklungshilfegeldern das Abstimmungsverhalten einzelner Nationen bei der IWC beeinflussen zu wollen, um sich so die Unterstützung vor allem wirtschaftlich schwacher Pazifikstaaten und afrikanischer Länder zu sichern.
Keine Bewegung
Die Situation ist nach der Konferenz so festgefahren wie davor. Befürworter und Gegner des Walfangs stehen sich kompromisslos gegenüber. Nach Ansicht des WWF ist eine Reform der IWC dringend notwendig. „Die bestehenden Situation nutzt niemandem – am wenigsten den Walen“, so WWF-Walexperte Volker Homes. Denn auch wenn die IWC den Fangstopp aufrecht erhält und Japans Programm zum wissenschaftlichen Walfang jedes Jahr verurteilt, wachsen die Fangquoten doch jedes Jahr an und umfassen immer mehr Arten.
WWF fordert IWC-Reform Bereits seit rund einem Jahrzehnt wird von der IWC der so genannte Revidierte Bewirtschaftungsplan (RMS) diskutiert. Mit ihm sollen Walschutz und Walmanagement neu geregelt werden. Bislang konnten sich die Teilnehmer jedoch nicht auf eine gemeinsames Vorgehen einigen. Die Forderung des WWF, nach einer grundlegenden Reform wird zunehmend auch von den Mitgliednationen geteilt. In Ulsan wurde am letzten Tag ein Antrag, der unter anderem von der deutschen Delegation eingereicht wurde, angenommen. Er sieht weitere Verhandlungen und ein ministerielles Treffen zum RMS noch vor dem nächsten Jahrestreffen vor. Der WWF unterstützt diesen Plan und wird sich auch in Zukunft für die Meeressäuger einsetzen.
Das nächste reguläre Treffen der Internationalen Walfangkommission wird im Frühjahr 2006 im karibischen Inselstaat St. Kitts and Nevis stattfinden.


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Wie klug sind Wale?

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 Vor allem Große Tümmler und Schwertwale wurden vielfach auf ihre geistigen Fähigkeiten hin erforscht. Tatsächlich zeigen Wale akrobatisches Spielverhalten, können rasch menschliche Gebärdenkommandos in eigene Handlungen umsetzen und lernen daher rasch akrobatische Bewegungsabfolgen. Sie können auch erlerntes Verhalten verändern und neue Verhaltensweisen erfinden. Delfine wurden dabei beobachtet, wie sie Gegenstände manipulierten und sogar Werkzeug verwendeten. Große Tümmler können Meeresschwämme auf ihrem Schnabel tragen, um sich vor Verletzungen durch Seeigel zu schützen, während sie im Sediment des Meeresbodens nach Nahrung suchen.
Jedoch belegen die Forschungsergebnisse: Wale können nur schwer abstrahieren – Basis jedes intelligenten Verhaltens. Wale sind in allen akustisch oder visuell trainierten Lernleistungen nicht besser als Tauben. Es dauerte Monate, bis Tümmler etwa vergleichsweise einfache Aufgaben und Übungen bewältigten. Der Grund: Ihr Gehirn ist zwar relativ groß – vor allem die Großhirnrinde. Aber ihr Gehirn ist einfacher gebaut als das anderer Säugetiere an Land. Die Großhirnrinde besitzt, relativ gesehen, weniger Nervenzellen als das einer Ratte.
Und noch ein Mythos kann nüchterner Betrachtung nicht standhalten. Dass Wale Menschen aus Seenot retten, geschieht aus purem Instinkt: In einem treibenden Körper jeglicher Art in einer bestimmten Größe sehen sie ein Jungtier, das zum Luft holen schleunigst an die Oberfläche muss.
Dass Wale im Flachwasser in Not geratenen Artgenossen regelrecht „beistehen“ und so bei Ebbe selbst in Gefahr geraten, kann als Mitgefühl, aber auch als Abhängigkeit von einem verirrten Leittier gedeutet werden. Alles, was wir wissen, ist, dass Wale – wie andere Tiere auch – über eine Anzahl von Lauten und Gesten verfügen, mit deren Hilfe sie sich untereinander verständigen, ohne dass wir die Signale bislang im Einzelnen verstehen.
Sicher ist: Viele Walarten, vor allem Delfine, dulden Menschen in ihrer Nähe, begleiten sie sogar im Wasser. Diese Fähigkeit wird in der Delfintherapie erfolgreich eingesetzt, um vor allem bei Kindern mit Behinderungen psychische Blockaden zu lösen.
Wir müssen in Walen daher keine „besseren Menschen“ sehen. Es genügt, sie als einzigartige Geschöpfe zu achten. Ganz besonders, weil wir Jahrhunderte lang einen Ausrottungskrieg gegen sie führten. Wir haben daher einiges gut zu machen.
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